Doom 2016

Doom im Test: Blutig, schnell und fast perfekt

Na, da hat id ja fast alles richtig gemacht. Wie zu erwarten war, setzen die Running-and-Gunning-Fans aus dem Hause id die Doom-Reihe blutig und mit fantastischem Gameplay fort.

Seit knapp 23 Jahren ist Doom neben Titeln wie Quake, Wolfenstein 3D und Duke Nukem 3D ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Ego-Shooter. Zwölf Jahre nach dem letzten Release, Doom 3, legt Publisher Bethesda mit dem neuen Doom wieder Munition zum Dämonenmetzeln nach.

Als Erstes fällt auf, dass die Grafik so viel hermacht, wie man es 2016 erwarten darf. Zum Einsatz kommt die id Tech 6, obwohl für den neuen Doom ursprünglich die id Tech 5 (Rage, Wolfenstein: The New Order, The Evil Within) vorgesehen war. Schauplatz ist der Mars, auf dem ich als auserwählter Space Marine die Tore zur Hölle schließen muss.

YouTube player

Einstieg: Aufwachen auf dem Altar

Kaum ist das Spiel gestartet und auf dem Startbildschirm ein Button gedrückt, stehen drei Bereiche zur Auswahl: Multiplayer, Kampagne und SnapMap. Ich habe mir zuerst die Kampagne angesehen und musste vorher wie üblich einen Schwierigkeitsgrad wählen. Bis kurz vor dem Ende des Spiels war es „Ultra brutal“, danach einen deutlichen Satz einfacher „Los, gib´s mir“. Ist die Wahl getroffen, geht es auch schon los.

Ich wache auf einem Steinaltar mit festgeketteten Handgelenken auf, reiße mich los und verpasse dem ersten Dämon auf eben diesem Altar eine Schädelfraktur. Einen Moment später entdecke ich meine am Boden liegende, aufladbare Handfeuerwaffe, mit der ich die zwei übrigen torkelnden Monster erledige. Danach ist klar, dass das mein Tutorial war.

Aus dem Altarraum hinaus springt mir der Doom-Marine-Suit direkt ins Auge. Mit angezogenem Anzug und der wiedererlangten Handwumme mache ich mich auf die nächsten langen 50 Meter zu einer Combat-Shotgun, die mir ein toter Kollege überlassen hat.

Kampf und Glory Kills: Tempo und Blut

Mittlerweile gab es auch schon eine kurze Einführung, wie ich einen Gegner per Glory Kill zerlege. Darunter versteht man, ein Monster im Nahkampf auszuschalten, egal ob ich ihm einfach den Kopf abreiße oder eines seiner Beine um 180 Grad drehe und ihm damit den Schädel einschlage. Dafür muss ein Gegner genug Schaden genommen haben, dann ist er betäubt, und die kurze Animation belohnt mich mit Gesundheit.

Mein absoluter Liebling ist die Kettensäge: Hat sie genug Treibstoff, erledigt sie einen Gegner sofort und füllt dabei auch noch die Munition auf. Wichtig sind die harten, blutigen Kämpfe gegen ein gutes Dutzend verschiedener Monster und das Tempo, in dem sie stattfinden.

Mit den ersten zwei Waffen ausgerüstet, heißt es zum ersten Mal: Dämonen und Dämonennest ausräuchern. Je nach Schwierigkeitsgrad und Abschnitt kommen unterschiedlich viele Wellen, die den Verlust ihres Nestes rächen wollen. Bemerkenswert war an dieser Stelle, wie schnell sich die Figur im Spiel fortbewegt. Munition (blau) und Rüstungspacks (grün) liegen wie in den Vorgängern einfach am Boden herum.

Sind Nest und Dämonen tot, beruhigen sich Puls und Musik, und ein Aufzug bringt mich an die Oberfläche des Mars. Ab jetzt geht die für mich nie wirklich wichtige Story richtig los, sie kann ohne schlechtes Gewissen ein wenig vernachlässigt werden. Über die Story schreibe ich in diesem Test deshalb nichts, denn sie ist für die Doom-Reihe nicht ausschlaggebend, war es nie und wird es hoffentlich nie sein.

Waffen und Upgrades: Mehr Wumms durch Gemetzel

Zum Equipment bleibt zu sagen, dass es neben der Pistole neun unterschiedliche Waffen gibt, die ohne Nachladen auskommen. Die Knarren bieten Verbesserungsmöglichkeiten, die sich mit Waffenpunkten freischalten lassen, und die erlangt man durch reichliches Gemetzel. Wer die Levels erkundet, findet Mods für die Waffen sowie Geheimnisse und Sammelobjekte, die weitere Upgrades bringen.

Den Prätoren-Anzug verbessere ich nach demselben Prinzip, allerdings muss ich dafür versteckte Elitewachen finden und ihnen die kybernetischen Augmentationen aus dem Brustpanzer ziehen.

Passive Verbesserungen wie „Benebelt & Verwirrt“, die die Benommenheit von Dämonen verlängern, lassen sich durch Mini-Games im Stil von „Töte 10 Gegner in 20 Sekunden“ freischalten.

Multiplayer und SnapMap: Solide Beigabe

Der Multiplayer ist einfach gestrickt. Zum Start gibt es sechs Modi: Team Deathmatch, Freeze Tag, Soul Harvest, Warpath, Clan Arena und Domination. Mit Runen verwandeln sich Spieler kurzzeitig in Dämonen, was für ein wenig Abwechslung sorgt.

Mit SnapMap kommt außerdem ein Editor, mit dem sich aus den Spielelementen eigene Karten für Einzelspieler, Koop und Multiplayer bauen lassen. Gegner können dabei platziert und in ihren Werten angepasst werden, fertige Karten lassen sich teilen und bewerten.

Technik und Musik: Herzschlag im Takt

Optisch macht Doom auf der id Tech 6 viel her, ein paar grafische Schmankerl mehr hätten es dennoch sein dürfen.

Musikalisch haben die Entwickler dafür genau mein subjektives Geschmacksempfinden getroffen. Der Soundtrack stammt von Mick Gordon und hat meinen Herzschlag zum Beat schlagen lassen.

Fazit: Fast alles richtig gemacht

Im Großen und Ganzen hat mir das Spiel sehr gut gefallen, auch wenn es mit der Zeit ein klein wenig monoton wurde. Durch genau diese Monotonie verliert der nummernlose Titel leider ungemein an Wiederspielwert. Die Vielfalt an Glory Kills ist überschaubar, und der Multiplayer ist einfach gestrickt.

Dafür gibt es Tempo, Blut und eine Kettensäge, die jedes Gefecht aufwertet. Wer schnelle, brutale Ego-Shooter-Action mag, wird mit Doom bestens bedient.

Gamefinity-Wertung

8,4 / 10

Pro Contra
Extrem schnelles, blutiges Gameplay Wird mit der Zeit etwas monoton
Glory Kills belohnen mit Gesundheit Geringer Wiederspielwert
Kettensäge als Highlight Überschaubare Vielfalt an Glory Kills
Waffen und Anzug lassen sich ausbauen Einfach gestrickter Multiplayer
Mitreißender Soundtrack Ein paar grafische Schmankerl mehr wären schön gewesen
SnapMap als zusätzlicher Editor

Häufig gestellte Fragen zu Doom (2016)

Auf welcher Engine läuft Doom (2016)?

Doom läuft auf der id Tech 6. Ursprünglich war für den neuen Doom-Titel die id Tech 5 vorgesehen, die auch bei Rage, Wolfenstein: The New Order und The Evil Within zum Einsatz kam.

Wie funktionieren Glory Kills in Doom?

Ein Glory Kill ist ein Nahkampf-Finisher gegen einen ausreichend beschädigten, betäubten Gegner. Die Animation belohnt mit Gesundheit, und die Vielfalt der Finisher ist eher überschaubar.

Wie viele Waffen gibt es in Doom?

Neben der Pistole gibt es neun unterschiedliche Waffen, die ohne Nachladen auskommen. Die Kettensäge ist dabei besonders wirkungsvoll: Mit genug Treibstoff erledigt sie Gegner sofort und füllt die Munition auf.

Welche Multiplayer-Modi hat Doom zum Release?

Zum Start gibt es sechs Modi: Team Deathmatch, Freeze Tag, Soul Harvest, Warpath, Clan Arena und Domination. Mit Runen verwandeln sich Spieler kurzzeitig in Dämonen.

Was ist SnapMap in Doom?

SnapMap ist ein Editor, mit dem sich aus den Spielelementen eigene Karten für Einzelspieler, Koop und Multiplayer bauen lassen. Fertige Karten können geteilt und bewertet werden.

Wann ist Doom (2016) erschienen?

Doom von id Software erschien am 13. Mai 2016 für PS4, Xbox One und PC. Publisher ist Bethesda Softworks.

Meta-Infos
Entwickler: id Software
Publisher: Bethesda Softworks
Plattform (getestet): PS4
Weitere Plattformen: Xbox One, PC
Genre: Ego-Shooter
Release: 13. Mai 2016

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.