Labyrinthine - Console Edition

Labyrinthine – Console Edition im Test: Grandioser Horror, aber nur zu zweit oder mehr

Manche Horrorspiele wollen euch erschrecken. Labyrinthine – Console Edition will euch vor allem eines: verlieren lassen. Fünf Jahre nach dem PC-Release über Steam hat es Valko Game Studios‘ Koop-Horror-Labyrinth seit dem 18. September 2025 auch auf PS5 und Xbox Series X|S geschafft, veröffentlicht von Klabater. Mit einem vom Publisher bereitgestellten Review-Key haben wir uns auf der PS5 hineingewagt – und dabei schnell gemerkt, dass dieses Spiel euch am besten kennenlernt, wenn ihr nicht allein unterwegs seid.

Verloren zwischen Nebel, Hecken und Erinnerungen

Im Zentrum steht die Suche nach dem Schicksal der Jahrmarkt-Arbeiterin Joan, die sich über sechs Kapitel im Story-Modus erzählt – vorangetrieben von Tonbändern und Umgebungsdetails statt klassischer Zwischensequenzen. Richtig interessant wird es für uns aber erst im Case-Files-Modus: prozedural generierte, sich täglich ändernde Labyrinthe mit eskalierendem Schwierigkeitsgrad und über 30 verschiedenen Monsterarten, von denen jede ihr eigenes Bedrohungsprofil mitbringt – manche reagieren nur auf Licht, andere ausschließlich auf Geräusche.

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Gameplay: Schalter, Codes und die Angst vorm Dunkeln

Gespielt wird aus der Ego-Perspektive, allein oder mit bis zu acht Spielern im Online-Koop, inklusive Crossplay zwischen den Plattformen. Der Weg durch die Labyrinthe führt über Schalterkombinationen, zu entschlüsselnde Codes und Umgebungshinweise, die sichere Pfade von tödlichen unterscheiden. Leuchtstäbe und Sprühfarbe helfen beim Markieren des Weges – wer sich trotzdem verläuft, wird schnell zur leichten Beute. Die Rätsel haben uns dabei zwiegespalten zurückgelassen: Manche sind clever in die Umgebung eingebettet, andere verkommen zur Suche nach winzigen Objekten im Dunkeln. Eine Anleitung gibt es kaum – wer schnelle Erfolgserlebnisse sucht, wird hier eher frustriert als motiviert.

Solo vs. Koop: Ein Spiel, das ohne Team schlicht nicht funktioniert

Der mit Abstand größte Pluspunkt und zugleich das eigentliche Zugpferd von Labyrinthine ist der Spielspaß im Koop. Im Team aus geteilter Panik, Improvisation und Arbeitsteilung entsteht ein Erlebnis, das seinesgleichen sucht – Schrecken und Situationskomik halten sich dabei ständig die Waage, wenn eine Gruppe gemeinsam durch Nebel und Dunkelheit stolpert. Solo gespielt dagegen büßt das Konzept nicht nur an Reiz ein, es verliert praktisch jede Existenzberechtigung: Ohne Mitspieler fehlt die Arbeitsteilung, die viele Rätsel und Fluchtsituationen überhaupt erst tragbar macht, die Anspannung wird schnell zur reinen Frustration statt zum kalkulierten Nervenkitzel, und die spielerische Balance – von der Monster-KI bis zum Tempo der Rätsel – ist erkennbar komplett auf Gruppen ausgelegt. Wer Labyrinthine ohne feste Mitspieler angeht, bekommt bestenfalls einen tristen Vorgeschmack auf das, was das Spiel eigentlich sein will.

Technik, Optik und Sound: Starke Ohren, schlichte Augen, wacklige Startphase

Das Sounddesign ist für uns die klare Stärke des Spiels: Ein Mix aus Stöhnen, Flüstern und entfernten Schritten sorgt für ein durchgehendes Gefühl von Unbehagen, selbst wenn gerade kein Monster in Sichtweite ist. Optisch hält sich Labyrinthine dagegen spürbar zurück – die Präsentation ist insgesamt sehr schlicht gehalten, ganz ohne aufwendige Effekte oder grafischen Schauwert. Nebel, Hecken, verlassene Minen, Katakomben und alte Herrenhäuser wechseln sich als Schauplätze ab, wirken funktional statt beeindruckend. Die Startphase auf Konsole verlief zudem nicht ohne Reibung: Ein früher Test bezeichnete die Xbox-Fassung direkt nach Release als kaum spielbar, mit Problemen bei Menüführung und Custom-Game-Einstellungen. Die seitdem veröffentlichten Patches haben laut Update-Historie mehrere konkrete Fehler behoben, etwa fehlerhafte Umgebungsgrafik in späteren Kapiteln, ein kaputtes Schiebepuzzle sowie eine zu dunkel geratene Grubenlampe.

Was sagen andere Spieler und Kritiker?

Auf Metacritic ist die Kritikerbasis mit bislang nur einer gelisteten Rezension zu dünn für einen aussagekräftigen Metascore, die vorhandene Wertung liegt bei 80 Punkten. Deutlicher wird das Bild anderswo: Die Steam-Community bewertet die PC-Basis des Spiels als „Sehr positiv“ bei rund 13.800 Reviews, im PlayStation Store liegt der Schnitt bei 4,08 von 5 Sternen (347 Bewertungen). Auch redaktionelle Stimmen fallen mehrheitlich wohlwollend aus, etwa 4 von 5 Sternen bei TheXboxHub oder 8 von 10 beim deutschen Portal YouGame – ein Bild, das sich mit unserem eigenen Eindruck deckt.

Fazit

Labyrinthine – Console Edition hat uns mit einer sehr klaren, sehr engen Zielgruppe zurückgelassen: feste Gruppen, die gemeinsam durch Nebel und Dunkelheit stolpern wollen. Genau dort – und wirklich nur dort – zeigt das Spiel, was in ihm steckt: Das Sounddesign gehört zum Besten, was uns im Koop-Horror-Genre zuletzt begegnet ist, optisch bleibt es dabei bewusst schlicht, und die tägliche Rotation der Case Files sorgt für echte Langzeitmotivation in der Gruppe. Als Solo-Horrorabenteuer können wir Labyrinthine dagegen nicht empfehlen – hier fehlt dem Spiel jede tragende Stärke, weder Balance noch Spannungsaufbau sind auf Einzelspieler ausgelegt. Die holprige Startphase auf Konsole zeigt zudem, dass auch bei der Portierung nicht alles rundlief, auch wenn seitdem sichtbar nachgebessert wurde. Wer verlässliche Mitspieler mitbringt, bekommt von uns ein klares Go für ein Horror-Erlebnis mit echtem Wiederspielwert. Wer solo unterwegs sein will, sollte einen großen Bogen um das Spiel machen.

LABYRINTHINE – CONSOLE EDITION
Valko Game Studios · PC, PS5, Xbox Series X|S
Release: 18.09.2025
Getestet auf PS5
7,5
von 10
✅ Stärken ❌ Schwächen
+ Herausragendes Sounddesign und dichte Atmosphäre – Solo praktisch ohne jede spielerische Stärke
+ Mitreißende, einzigartige Koop-Dynamik – Wenig Anleitung, teils frustrierende Rätselsuche
+ Über 30 Monsterarten mit eigenem Verhalten – Holprige technische Startphase auf Konsole
+ Case Files sorgen für hohen Wiederspielwert – Balance klar nur auf Gruppen ausgelegt
+ Crossplay zwischen PC, PS5 und Xbox – Story eher Beiwerk als Zugpferd
Plattformen: PC, PS5, Xbox Series X|S
Getestete Version: PS5
UVP: ca. 10–13 €
Für wen: Für feste Gruppen, die gemeinsam kooperativen Horror mit echtem Nervenkitzel erleben wollen – als Solo-Erlebnis ausdrücklich nicht geeignet.
Offenlegung: Getestet auf Basis eines vom Publisher bereitgestellten Review-Keys, ohne Einfluss auf unsere Wertung.

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